Das Ernährungs-ABC: F bis J

Der zweite Teil der Artikelserie “Das Ernährungs-ABC”: Erfahre mehr über Fasten, Grundumsatz, Hungerstoffwechsel und Jod.

Fasten

Der Begriff des Fastens bezeichnet den völligen oder teilweisen Verzicht auf den Verzehr von Speisen, Getränken und Genussmittel für einen bestimmten Zeitraum. In der Regel fasten Menschen nicht länger als wenige Tage. Die Motive sind entweder gesundheitlichen oder religiösen Ursprungs. Unter “Heilfasten” wird Fasten, das zu einem gesteigerten Wohlbefinden und/oder zu einem besseren Gesundheitszustand führen soll. In den letzten Jahren ist das Heilfasten erneut in Mode gekommen. Vor allem im alternativ- und komplementärmedizinischen Bereich wird das Heilfasten häufig eingesetzt. In diesem Zusammenhang wird häufig von einer “Entschlackung” des Körpers gesprochen, die jedoch nicht belegt ist. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung steht dem Heilfasten eher kritisch gegenüber. Während des Fastens wird der später im Artikel beschriebene Hungerstoffwechsel erreicht.

Grundumsatz

Der Grundumsatz bezeichnet die Energiemenge, die der Körper zur Aufrechterhaltung grundlegender Körperfunktionen täglich benötigt. Er ist von verschiedenen Faktoren, vor allem von der Körpergröße, dem Körpergewicht, dem Alter und dem Geschlecht, abhängig. Der durchschnittliche Grundumsatz eines Erwachsenen beträgt eine Kilokalorie pro Kilogramm Körpergewicht pro Stunde. Mit dem unten stehenden Rechner kannst du deinen Grundumsatz berechnen.

(c) www.BMI-Rechner.net

Hungerstoffwechsel

Beim Hungerstoffwechsel handelt es sich um einen Stoffwechselzustand, der erreicht wird, wenn über einen längeren Zeitraum hinweg deutlich zu wenig Energie zugeführt wird. Unabhängig von der Energiezufuhr muss der Körper seinen Energiebedarf decken, um überleben zu können. Hierzu stehen ihm verschiedene Mittel und Wege zur Verfügung. Zunächst baut er seine Kohlenhydratvorräte ab, die zur Energiegewinnung verbrannt werden. Anschließend greift er auf seine Hauptenergiespeicher, die Fettdepots, zurück. Im Rahmen des Hungerstoffwechsels baut der Körper auch Eiweiße ab, die vor allem aus der Muskulatur stammen. Dieser Hungerstoffwechsel wird durch verschiedene Hormone geregelt und führt zu einem stark gesenkten Blutzucker- und Insulinspiegel.

Mit dem Hungerstoffwechsel gehen eine Verlangsamung des gesamten Stoffwechsels sowie eine Senkung des Grundumsatzes einher. Um das Gehirn mit Glucose versorgen zu können, produziert die Leber im Rahmen des Hungerstoffwechsels sogenannte Ketonkörper. Bei diesen handelt es sich um “Kohlenhydratersatzstoffe”. Obwohl der Körper also in der Lage ist, sich an den Nahrungsmangel anzupassen, geht dieser, sofern er lange andauert, mit erheblichen negativen Auswirkungen einher. So kommt es unter Umständen zu Nährstoffmangel, verminderter Leistungsfähigkeit und zahlreichen weiteren Einschränkungen. Dennoch streben einige Diätkonzepte das Erreichen dieses Stoffwechselzustandes an, was vor allem auf die rasche Gewichtsreduktion zurückzuführen ist.

Insulin

Insulin ist ein Hormon, das den Blutzuckerspiegel senkt. Es wird in der Bauchspeicheldrüse produziert und bei einem Ansteigen des Blutzuckerspiegels ausgeschüttet. In der Folge dockt es an bestimmten Rezeptoren der Körperzellen an und sorgt auf diesem Wege dafür, dass sie den im Blut befindlichen Zucker aufnehmen. Bei einem Insulinmangel oder einer -resistenz kommt es zur sogenannten “Zuckerkrankheit” Diabetes mellitus.

Jod

Jod ist ein Spurenelement, das vor allem von der Schilddrüse benötigt wird, da es für die Produktion der Schilddrüsenhormone benötigt wird. Durch diesen Einfluss ist es an der Steuerung des Stoffwechsels beteiligt. Auch die Bildung von Gehirn und Gehör sowie das Größenwachstum eines Kindes werden durch das Spurenelement beeinflusst. Sowohl ein Mangelzustand als auch eine Überdosierung wirken sich negativ auf die menschliche Gesundheit aus. Ein Jodmangel, der vor allem in früheren Zeiten häufig war, führt zu einer verminderten Gehirnleistung, Fehlfunktionen der Schilddrüse und Entwicklungsstörungen bei Kleinkindern. Auch ein Kropf kann durch einen Jodmangel begünstigt werden. Eine Überdosierung hingegen kann zu Schilddrüsenunterfunktion, Hautreaktionen, Morbus Basedow und Hashimoto-Thyreoiditis führen.

Deutschland ist aufgrund der Bodenzusammensetzung ein Jodmangelland. Aus diesem Grund wird beispielsweise Speisesalz hierzulande häufig mit Jod angereichert.

1 Kommentar


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.