Endlich mit dem Rauchen aufhören

Laut statistischer Erhebung leben in Deutschland rund 14,85 Millionen Menschen, die regelmäßig rauchen. Somit ergibt sich ein Anteil von knapp 18 Prozent Rauchern an der Gesamtbevölkerung in Deutschland. Ein bedeutender Teil dieser Menschen hegt bereits seit Langem den Wunsch, endlich mit dem Rauchen aufzuhören. Es zeigt sich jedoch immer wieder, dass nur wenige Raucher ihre Sucht dauerhaft aufgeben können.

Viele der Gescheiterten fügen sich nach mehreren halbherzig durchgeführten Versuchen, mit dem Rauchen aufzuhören, in ihr vermeintliches Schicksal. Sie finden sich damit ab, ihrer Sucht weiter frönen zu müssen – das schlechte Gewissen, das nach dem Scheitern des Versuchs, rauchfrei zu werden, eintritt, verschwindet dabei meist schnell wieder.

Die Gründe für das Scheitern suchen nur wenige der Wieder-Raucher bei sich selbst. Auch Menschen, die eigentlich den Wunsch hegen, nicht mehr zu rauchen, aber keine aktiven Versuche starten, die Sucht zu besiegen, weisen jegliche „Schuld“ von sich – sie seien eben abhängig und könnten es nicht lassen. Dass sie sich mit ihrer Angewohnheit selbst schaden und mit dem Ist-Zustand eigentlich nicht zufrieden sind, versuchen sie bestmöglich zu verdrängen, während sie ihre Lebenserwartung mit jeder weiteren Zigarette erneut verkürzen.

Es sei angemerkt, dass nicht jedem Raucher vorzuwerfen ist, er versuche, negative Konsequenzen zu vermeiden und füge sich lethargisch in sein angebliches Schicksal. Selbstverständlich existieren auch passionierte Raucher, die ihre Sucht als Leidenschaft sehen und das verkürzte Leben sowie die dramatischen Folgen für den eigenen Körper nicht zu verdrängen versuchen, sondern offen in Kauf nehmen.

Mit dem Rauchen aufhören: 9 hilfreiche Tipps

Im Folgenden finden sich einige Tipps, die Gescheiterten, die sich immer wieder bemühen, das Rauchen aufzugeben, ebenso wie Rauchern, die sich in ihr vorgebliches Schicksal fügen, Hilfestellung bieten.

1. Tipp: Wundermittel vergessen

Wundermittel, die gegen die Nikotinsucht helfen, existieren nicht. Weder homöopathische Mittel, noch Kräuter oder Wunderspritzen werden dabei helfen, mit dem Rauchen aufzuhören. Diese Mittel können über den Placeboeffekt zwar tatsächlich dazu führen, dass es zunächst leichter fällt, auf die Zigaretten zu verzichten – diese anfangs bemerkte „Wirkung“ verpufft jedoch schnell wieder. Darüber hinaus suggerieren diese Mittel, ein Raucher müsse nichts weiter tun, als Geld in ein Wundermittel zu investieren, um von seiner Sucht befreit zu werden. Diese Annahme ist jedoch grundlegend falsch, da sich eine Sucht auf einem derart banalen Wege nicht therapieren lässt. Stattdessen ist Aktivität gefragt.

2. Tipp: Den Rauchstopp nicht weiter aufschieben

Der Vorsatz, mit dem Rauchen aufzuhören, scheitert häufig bereits mit dem Satz „Nach dieser Schachtel ist es soweit!“ oder „Nur noch diese eine Zigarette und ich werde aufhören.“. Wer das Unterfangen mit einer derartigen Einstellung angeht, hat keine Chance, rauchfrei zu werden. Um die Sucht zu besiegen, muss der Wille, dies tatsächlich zu tun, wirklich da sein. Wer „nur noch die angefangene Schachtel“ rauchen möchte, bevor er aufhört, ist nicht ausreichend motiviert. Der Antrieb, etwas Gekauftes nicht ungenutzt zu lassen oder andere fadenscheinige Ausreden sind letztendlich nichts anderes als Vorwände, die dabei helfen, der Sucht ohne schlechtes Gewissen noch eine zeitlang nachgehen zu können. Wer mit dem Rauchen aufhören will, wirft die angefangene Schachtel weg – im Vergleich mit den vielen tausend Euro, die er in den vergangenen Jahren vermutlich verbrannt hat, ist diese „Verschwendung“ absolut unbedeutend.

3. Tipp: Gründe finden

Es ist in jedem Falle lohnenswert, die Gründe, die Sie dazu bewegen, das Rauchen einzustellen, aufzuschreiben. Hegen Sie im Inneren den Wunsch, die schädliche Angewohnheit aufzugeben, sind dafür tiefergehende Gründe verantwortlich. Vielleicht wollen Sie Ihr Leben noch etwas länger genießen und fürchten sich vor einem frühen Tod. Vielleicht wollen Sie sich selbst beweisen, dass Sie stark genug sind oder körperlich fitter werden. Was auch immer Sie dazu bewegt, den blauen Dunst aus ihrem Leben zu verbannen: Schreiben Sie es auf und erinnern Sie sich in schwachen Momenten immer wieder daran!

Ansporn: Das Lungenkrebsrisiko eines Ex-Rauchers ist nach fünfzehn Jahren der Abstinenz nicht höher als das eines Menschen, der nie geraucht hat!

4. Tipp: Risikosituationen vermeiden

In welchen Situationen greifen Sie aus Gewohnheit zur Zigarette? Nehmen Sie sich Zeit und listen Sie alle Situationen auf, in denen Sie geraucht haben, obwohl Sie keinerlei inneren Drang dazu verspürt haben. Sorgen Sie dafür, nicht mehr in solche Situationen zu geraten. Die routinemäßige Raucherpause mit Kollegen sollten Sie beispielsweise streichen, da das Risiko aus Gewohnheit mitzurauchen recht hoch ist.

5. Tipp: Sport treiben

Einige Raucher führen das gelinde gesagt schwachsinnige Argument an, nach einem Rauchstopp zuzunehmen. Tatsächlich besteht diese Gefahr. Pflegen Sie als neuer Ex-Raucher jedoch einen ansonsten gesunden Lebenswandel, der Sport, eine ausgewogene Ernährung, ausreichende Ruhe- und Erholungsphasen sowie eine ausreichende Wasserzufuhr beinhaltet, reduzieren Sie dieses Risiko auf ein Minimum.

6. Tipp: Ablenkung suchen

Verspüren Sie Suchtdruck, sollten Sie schnellstmöglich eine Ablenkung suchen. Achtung: Die Sucht durch eine andere Sucht zu ersetzen, ist nicht sonderlich sinnvoll. Essen Sie beispielsweise frisches Obst, machen Sie einen Spaziergang, trinken Sie ein Glas Wasser oder machen Sie andere Dinge, die Ihnen nicht schaden, wenn Sie an das Rauchen denken.

Darüber hinaus ist es sinnvoll, Ihren Alltag derart auszugestalten, dass das Rauchen keinen Platz mehr einnehmen kann. Wie bereits erwähnt ist es durchaus ratsam, Sport zu treiben. Außerdem könnten Sie beispielsweise kochen, mehr Zeit mit Freunden verbringen oder andere Dinge unternehmen, derer Sie sich erfreuen.

7. Tipp: Beratung suchen

Schaffen Sie es alleine nicht, das Rauchen aufzugeben, lohnt es sich, professionelle Helfer zu kontaktieren. Der Hausarzt stellt in einem solchen Fall vielfach die erste Anlaufstelle dar. Darüber hinaus bieten Psychotherapeuten und Heilpraktiker Hilfestellung an. Achten Sie jedoch darauf, ausschließlich seriöse Angebote in Anspruch zu nehmen – Therapien, die auf Wundermitteln oder ähnlichem beruhen, sind nicht erfolgversprechend.

8. Tipp: Entzugserscheinungen behandeln

Können Sie nicht mit dem Rauchen aufhören, liegt dies darin, dass Sie nikotinabhängig sind. Im Zuge Ihres Versuchs, das Rauchen endgültig aufzugeben, werden daher vermutlich Entzugserscheinungen auftreten. Diese lassen sich mit Nikotinersatzprodukten, die in der Apotheke erhältlich sind, jedoch gut behandeln.

9. Tipp: Belohnen Sie sich!

Berechnen Sie einmal, wie viel Geld Sie jede Woche für Ihre Sucht ausgeben. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird ein beachtlicher Betrag zusammenkommen. Was könnten Sie sich von diesem Geld alles leisten? Machen Sie sich einmal die Mühe, jede Woche den Betrag, den Sie normalerweise für Zigaretten ausgegeben hätten, in eine Spardose zu stecken. Am Ende des ersten rauchfreien Jahres können Sie sich von diesem Geld allerlei schöne Dinge leisten, von denen Sie vielleicht schon lange geträumt haben.

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