Gesund durch die kalte Jahrszeit: Das Immunsystem im Herbst und Winter stärken

Besonders im Herbst und Winter sind wir gefühlt alle zwei Wochen krank. Diese ständigen Erkrankungen sind nicht nur nervig, sondern deuten auch auf ein geschwächtes Immunsystem hin. Glücklicherweise gibt es einiges, was wir selbst tun können, um auch in der kalten Jahreszeit gesund zu bleiben. Wir müssen uns entgegen der landläufigen Meinung also nicht damit abfinden, krank zu werden, sobald die Tage kürzer werden. Um gesund zu bleiben ist es nicht einmal nötig, den eigenen Lebensstil wirklich zu verändern. Kleinere Tricks und das Angewöhnen günstiger Verhaltensweisen reichen in aller Regel aus, um die Krankheitstage spürbar zu verringern. Was du aktiv für deine Gesundheit unternehmen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Das Immunsystem

Das Immunsystem ist kein Bereich in deinem Körper, sondern ein Oberbegriff für einzelne Zellen und Strukturen, die Krankheitserreger, Fremdkörper und -stoffe abwehren sollen. Welche Zellen zum Immunsystem gezählt werden und wie es genau funktioniert, ist bisher nicht klar. Dennoch herrscht in den wichtigsten Fragen weitgehende Einigkeit. So werden gemeinhin beispielsweise Granulozyten, Makrophagen, Killerzellen, dendritische Zellen, T-Lymphozyten sowie B-Lymphozyten zum zellulären Teil des Immunsystems gezählt. Darüber hinaus existiert auch ein humoraler Teil des Immunsystems. Dieser Teil basiert nicht auf Zellen, sondern auf Plasmaproteinen. Im einzelnen werden Antikörper, Komplementfaktoren und Interleukine zum humoralen Immunsystem gezählt. Zusätzlich gelten auch die sogenannten Oberflächenbarrieren, also Haut und Schleimhäute, als Teile des Immunsystems, da sie das Eindringen schädlicher Stoffe und Lebewesen weitgehend verhindern.

Wieso werden wir im Herbst und Winter so oft krank?

Viele Menschen bringen die häufigen Erkrankungen direkt mit der Kälte in Verbindungen. Begrifflichkeiten wie “Erkältung” oder “Verkühlung” scheinen sie in ihrer Annahme zu bestätigen. Wissenschaftlich konnte jedoch kein direkter Zusammenhang zwischen Kälte und Krankheit nachgewiesen werden. Prinzipiell ist vor allem zu beobachten, dass wir uns im Winter eher mit Infektionen anstecken. Dies ist darauf zurückzuführen, dass wir uns wesentlich öfter in geschlossenen Räumen aufhalten. Da beinahe jeder Mensch bei Kälte möglichst schnell ins Warme drängt, halten wir uns dort häufig dicht an andere Menschen gedrängt auf. So stecken wir uns schneller an. Darüber hinaus konnten Forscher vor wenigen Jahren nachweisen, dass die Aktivität unseres Immunsystems jahreszeitlich variiert. Wieso dieser Effekt auftritt und wie das Zusammenspiel zwischen Jahreszeit und Immunsystem genau abläuft, ist bisher unklar.

Wie können wir unser Immunsystem stärken?

In der Bevölkerung gilt die Abhärtung als probates Mittel zur Stärkung des Immunsystems. Medizinern entlockt diese Methode hingegen lediglich ein Kopfschütteln. Der Schlüssel zu einem starken Immunsystem liegt vor allem darin, den Körper mit allem zu versorgen, was er benötigt. Nur wenn er ausreichend versorgt ist, laufen alle Funktionen adäquat ab. Die von Eltern empfohlene heiße Zitrone ist also vor allem sinnvoll, wenn das Kind nicht ausreichend mit Vitamin C versorgt ist. Liegt hingegen kein Mangel vor, wird das heiße Getränk wahrscheinlich höchstens über den Placeboeffekt eine Wirkung entfalten. Wie wir unseren Körper darüber hinaus bei seiner Arbeit unterstützen können, erfährst du in den folgenden Tipps.

  • Ausgewogene, gesunde Ernährung
  • Achte darauf, dich möglichst ausgewogen zu ernähren. So versorgst du deinen Körper ideal mit allen benötigten Nährstoffen und schaffst die Grundvoraussetzung für ein funktionierendes Immunsystem. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat mit ihren “10 Regeln” einen guten Leitfaden geschaffen, an dem du dich orientieren kannst.

  • Das Rauchen aufgeben
  • Mit jeder Zigarette schadest du deinem Immunsystem und schwächst deinen gesamten Körper. Somit hast du ab sofort einen weiteren Grund, endgültig mit dem Rauchen aufzuhören. Gelegenheitsraucher dürfen sich ebenfalls angesprochen fühlen, da tatsächlich jede einzelne Zigarette eine Schwächung des Immunsystems herbeiführt. Neben dieser Schwächung, die sich auf spezielle Zellen des Immunsystems bezieht, tritt ein weiterer negativer Effekt auf: Das Immunsystem reagiert auf den Zigarettenrauch und wehrt sich. Wer erst einmal krank ist, leidet daher stärker als ein kranker Nichtraucher.

  • Treibe moderaten Sport
  • Wer regelmäßig moderaten Sport treibt, weist meist eine leicht erhöhte Konzentration von Abwehrzellen im Blut auf. Darüber hinaus nimmt auch die Qualität der Killerzellen zu. Diese erledigen ihre Aufgaben also besser als die Killerzellen eines Untrainierten. Nach dem Training solltest du allerdings auf ausreichende Erholung achten. Zudem ist darauf hinzuweisen, dass übertriebenes Training, den Effekt nicht verstärkt, sondern sogar zu einer Schwächung des Immunsystems führen kann.

  • Entspannung und Schlaf
  • Stress schwächt das Immunsystem enorm. Achte im Alltag also darauf, Zeit für dich selbst zu finden und zu entspannen. Darüber hinaus solltest du ausreichend qualitativen Schlaf erhalten. Während des Schlafs regeneriert der Körper sich, was für die ordnungsgemäße Erfüllung seiner Aufgaben unerlässlich ist.

  • Verzichte auf Alkohol
  • Übermäßiger Alkohol schwächt das Immunsystem enorm. Im Idealfall solltest du gänzlich auf das Nervengift verzichten.

  • Halte dich im Freien auf
  • Regelmäßige Spaziergänge im Freien sind ein gutes Mittel zur Stärkung des Immunsystems. Sie steigern nicht nur deine Stimmung, sondern sorgen auch für eine erhöhte Bildung des “Sonnenvitamins” D, welches für die Immunabwehr von Bedeutung ist

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