Millionen Menschen greifen tagtäglich zur Kaffeetasse. Die schwarze Brühe stellt gewissermaßen das Lebenselixier der arbeitenden Bevölkerung unserer Gesellschaft dar. Einen Tag ohne Kaffee zu überstehen, ist folglich undenkbar. Und doch ist jeder Schluck von einem schlechten Gewissen begleitet, weckt der Kaffee doch nicht nur die Lebensgeister, sondern schadet auch unserem Körper – oder etwa nicht?

Was ist Kaffee?

Kaffee ist ein psychoaktives, koffeinhaltiges Getränk, aus gemahlenen Kaffeebohnen hergestellt wird. Bei diesen wiederum handelt es sich um die Früchte der Kaffeepflanze, welche ihren Ursprung in Afrika, Madagaskar und auf den Maskarenen hat. Zur Herstellung des Kaffees werden die Bohnen unterschiedlicher Kaffeepflanzen, vor allem coffea arabica und coffea robusta, verwendet. Röst- und Mahlgrad variieren je nach Herstellungsart des Kaffees.

Heute sind zahlreiche verschiedene Zubereitungsarten und -formen bekannt. So existieren unzählige verschiedene Kaffeespezialitäten und sonstige Produkte, die Kaffee in irgendeiner Darreichungsform beinhalten. Die ersten Exemplare der Kaffeepflanze gelangten im Jahre 1710 von der niederländischen Kolonie Niederländisch-Indien nach Europa. In der Folgezeit begann der Siegeszug des Kaffees in unseren Gefilden.

Inhaltsstoffe des Kaffees

Um die Frage nach der gesundheitlichen Bedeutung des beliebten Heißgetränks beantworten zu können, müssen zunächst die Inhaltsstoffe eingehend betrachtet werden, da diese letztendlich für alle Wirkungen des Kaffees verantwortlich sind.

Zunächst muss festgestellt werden, dass Kaffee weder Zucker noch Energie enthält. Er liefert also keinerlei Fette oder Kohlenhydrate. Proteine sind nur in sehr geringer Menge, nämlich mit 0,1 Gramm pro 100 Gramm vorzufinden. 100 Gramm Kaffee enthalten darüber hinaus zwei Milligramm Natrium, 49 Milligramm Kalium, 40 Milligramm Koffein, zwei Milligramm Kalzium und drei Milligramm Magnesium.

Koffein, das also in größerer Menge vorhanden ist, ist für die wachmachende Wirkung des Kaffees verantwortlich. Der gleiche Stoff ist auch in Cola sowie in Energydrinks zu finden. Diese beiden Alternativen zum Kaffee enthalten jedoch große Mengen Zucker, sind diesem hinsichtlich der Inhaltsstoffe also unterlegen.

Vorurteile gegenüber Kaffee

In früheren Zeiten galt Kaffee grundsätzlich als ungesund. Er treibe den Blutdruck in die Höhe, sei ein Flüssigkeitsräuber und das Koffein wirke sich generell negativ auf die Gesundheit aus. Im Folgenden sollen diese lange für unumstößlich wahr gehaltenen Glaubenssätze näher beleuchtet werden.

• Vorurteil 1: Kaffee treibt den Blutdruck in die Höhe

Tatsächlich hat das im Kaffee enthaltene Koffein einen messbaren Einfluss auf den Blutdruck. Dieser steigt für maximal 30 Minuten um zehn bis zwanzig mmHG. Bei regelmäßigem Kaffeekonsum fällt der Effekt geringer aus. Generell ist dieser Einfluss auf den Blutdruck als unbedeutend zu betrachten, da er vergleichsweise schwach ausfällt und nicht lange anhält. Personen, die unter Herzrhythmusstörungen oder einem stark erhöhten Blutdruck leiden, sollten jedoch mit ihrem Arzt besprechen, ob sie Kaffee trinken dürfen.

• Vorurteil 2: Kaffee ist ein Flüssigkeitsräuber

Lange Zeit war die Ansicht, Kaffee entziehe dem Körper Flüssigkeit, weit verbreitet. Mittlerweile konnte sie jedoch widerlegt werden. Kaffee wirkt lediglich leicht harntreibend. Verspüren Kaffeetrinker häufiger Harndrang, so ist dies eher auf die mit dem Kaffee aufgenommene Flüssigkeitsmenge zurückzuführen. Es kann also nicht davon gesprochen werden, dass Kaffee dem Körper Flüssigkeit raube.

• Vorurteil 3: Das Koffein wirkt sich generell negativ auf die Gesundheit aus

Fakt ist, dass Koffein sich individuell unterschiedlich auf den Körper auswirkt. Während es bei einigen Personen Müdigkeit vertreibt, macht es andere nervös und sorgt so für Konzentrationsschwierigkeiten. Wer öfter schlecht schläft, sollte jedoch besser auf Kaffee verzichten, da die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass er mit verstärkten Schlafproblemen auf das Koffein reagiert. Generell kann jedoch nicht davon ausgegangen werden, dass das Koffein dem Körper schadet.

Positive Effekte des Kaffees

In einigen Studien konnte festgestellt werden, dass Kaffeetrinker ein geringeres Sterberisiko aufweisen als Personen, die keinen Kaffee trinken. Worauf dieser Effekt zurückzuführen ist, ist jedoch nicht bekannt. Darüber hinaus wurde in mehreren Studien bewiesen, dass regelmäßiger Kaffeekonsum das Diabetesrisiko senkt. Dieser Effekt ist nicht auf das Koffein, sondern auf andere Stoffe im Kaffee zurückzuführen, die scheinbar in der Lage sind, den Blutzuckerspiegel zu beeinflussen. Der Effekt tritt auch bei entkoffeiniertem Kaffee auf.

Einige Kaffeetrinker berichten darüber hinaus von einer verbesserten Verdauung im Zusammenhang mit dem Kaffeekonsum. Was jedoch auch auffällt ist, dass Raucher eher dazu neigen, Kaffee zu trinken – positive Effekte des Kaffeekonsums werden durch das Rauchen jedoch wieder zunichte gemacht. Nichtrauchende Kaffeetrinker dürfen sich jedoch freuen, denn Kaffee ist zumindest nicht ungesund!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.