Ist Multivitaminsaft gesund?

Multivitaminsaft gilt gemeinhin als gesunde Alternative zu Limonade und Co. Aus diesem Grund werden bereits Kinder sehr großzügig mit dem orangen Getränk versorgt. Doch wie gesund ist Multivitaminsaft wirklich? Hält er sein Versprechen, gesundheitsfördernd zu sein und viele Vitamine zu enthalten?

Die Stiftung Warentest untersuchte bereits mehrfach verschiedenste Multivitaminsäfte. Die meisten der getesteten Säfte schnitten in diesen Untersuchungen enttäuschend ab. Während die Packung einen Saft verspricht, der sich aus verschiedensten Früchten und ihren Aromen zusammensetzt, ist der tatsächliche Gehalt an natürlichen Aromen meist verschwindend gering. Das ist darauf zurückzuführen, dass Multivitaminsaft in der Regel aus Fruchtsaftkonzentrat hergestellt wird. Bei diesem Herstellungsverfahren wird der Saft eingedickt. Wasser und Aromen werden ihm dabei entzogen. Theoretisch ist es möglich, die entzogenen Aromastoffe wieder zuzuführen. In der Praxis wird aus Kostengründen jedoch meist nur ein Bruchteil der natürlichen Aromen wieder in den Saft gegeben.

Vorsicht bei künstlichen Vitaminen

Ebenfalls überraschend: Die auf der Packung angegebenen Vitaminmengen werden regelmäßig deutlich überschritten. Das sollte jedoch nicht zu Jubelschreien führen, da zumeist künstliche Vitamine zum Einsatz kommen, die vom Körper wesentlich schlechter verwertet werden können als ihre natürlichen Pendants. Hersteller von Fruchtsäften reichern ihre Produkte regelmäßig mit synthetischen Vitaminen an, um mit dem so erreichten Vitaminreichtum werben zu können.

Doch nicht nur die schlechtere Verwertbarkeit künstlicher Vitamine ist bedenklich: In aller Regel werden die empfohlenen Höchstmengen aufgrund der starken Vitaminanreicherung bereits durch den Verzehr geringer Saftmengen deutlich überschritten. Das wiederum ist nicht immer unproblematisch: Vitamine mögen in gewissen Mengen sehr gesundheitsförderlich und sogar lebensnotwendig sein; werden sie überdosiert, können sie eine Gefahr darstellen. So steigert Vitamin A in hohen Dosen bei Rauchern beispielsweise das Krebsrisiko. Auch das allseits beliebte Vitamin C ist nicht gänzlich unbedenklich: Eine Überdosis kann die Nieren schädigen.

Ein gesunder Multivitaminsaft sollte also idealerweise nicht mit künstlichen Vitaminen angereichert sein. Erste Orientierung hinsichtlich des Vitamingehalts bietet indes die Nährwerttabelle, die auf der Packung abgedruckt ist. Häufig wird hier angegeben, wie viel Prozent des Tagesbedarfs eines bestimmten Vitamins durch ein Glas Multivitaminsaft abgedeckt werden.

Auch aus einem anderen Grund sollte Multivitaminsaft nur in Maßen genossen werden: Er ist sehr reich an natürlichem Fruchtzucker und trägt damit in hohem Maße zur Deckung des Energiebedarfs bei. Als Durstlöscher ist Multivitaminsaft daher nicht geeignet.

Gesunder Multivitaminsaft: Durchaus möglich

Zum Testsieger kürte die Stiftung Warentest den Multivitaminsaft „11 plus 11“ von Rabenhorst. Dieser zeichnete sich durch einen hohen Fruchtgehalt, viele natürliche Fruchtaromen, einen vergleichsweise hohen Anteil natürlicher Vitamine und eine ausgewogene Mischung der Inhaltsstoffe aus. Er erhielt die Gesamtnote „sehr gut“. Es gibt also durchaus auch gesunden Multivitaminsaft, der in Maßen genossen nicht nur unbedenklich, sondern sogar gesundheitsförderlich sein kann.

Qualitativ hochwertiger Multivitaminsaft, der in Maßen genossen wird, ist also durchaus gesund!

Als Alternative können Sie Fruchtsäfte auch selbst herstellen. Natürlich sollten auch diese nur in Maßen genossen werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.